Wie prima sind Primaten?

Gedanken über wissenschaftliche Ansprüche an Kinderlexika

Autor/innen

  • Antje Garrels-Nikisch

DOI:

https://doi.org/10.54717/kidsmedia.6.1.2016.2

Schlagworte:

Kinder-Tierlexikon, Menschenaffen, Anthropomorphisierung

Abstract

Was darf ich eigentlich von einem Kinderlexikon erwarten? Der Beitrag geht der Frage nach, wie fachwissenschaftlich angemessen Menschenaffen in einem aktuellen und viel gelesenen Kinder-Tierlexikon in Wort und Bild dargestellt werden. Motivation dazu war der Eindruck, dass es gesellschaftlich kaum interessiert, wie richtig – gemessen am aktuellen Stand verhaltensbiologischer Forschung – Aussagen über Menschenaffen in Kinderlexika sind. Kulturwissenschaftlicher Medienforschung obliegt dem gegenüber die Aufgabe anzuschauen, was Kindern hier an ,Wissen‘ geboten wird. Doch gerade in den Kulturwissenschaften scheint die Nähe zwischen Menschen und Menschenaffen ambivalent und aktuelle biologische Forschung eine terra incognita zu sein.

Mit der Absicht, den Biologismuskonflikt, der möglicherweise den aufmerksamen Blick ins Gelände verbaut, zu entschärfen, wird die Darstellung von Menschenaffen in drei Kinderlexika von 1804, 1887 und 2002 untersucht. Dazu wird einerseits die inhaltliche (bildliche und textliche) Präsentation der Tiere nach einem Kategorisierungssystem für Anthropomorphisierungen eingeschätzt und andererseits die fachwissenschaftliche Qualität der verhaltensbiologischen und anthropologischen Aspekte in diesen Werken beurteilt. Einfach zu vermeidende problematische Muster, die eher dazu beitragen könnten, den Biologismuskonflikt aufrechtzuerhalten als ihn zu entschärfen, wurden im neuesten dieser Lexika gefunden.

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Veröffentlicht

2016-03-01

Zitationsvorschlag

Garrels-Nikisch, A. (2016). Wie prima sind Primaten? Gedanken über wissenschaftliche Ansprüche an Kinderlexika. kids+media : Zeitschrift für Kinder- Und Jugendmedienforschung, 6(1). https://doi.org/10.54717/kidsmedia.6.1.2016.2

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Artikel