Kulturelle Identität, Pluralität und Hybridität in "Avatar – The Last Airbender"

Editorial

 

Mit Kulturelle Identität, Pluralität und Hybridität in "Avatar – The Last Airbender" erscheint bereits die dritte Mono-Ausgabe von kids+media. Die Verfasserin Fabienne Saurer hat sich im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dieser Serie auseinandergesetzt. Die erst als TV-Animationsserie und dann später auch als Comic produzierte Serie handelt vom jugendlichen Aang, der als letzter sogenannter Airbender die kriegsversehrte Erde befrieden soll. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den in der Serie zentralen Themen wie Flucht und Migration, Leben in der Diaspora, kulturelle Pluralität und Rassismus, die hier dazu dienen, Identität in ihrer Konstruiertheit und Hybridität zu reflektieren. Dazu analysiert die Verfasserin, wie das Spannungsfeld von Identität, Pluralität und Hybridität in der in einem (post-)kolonialen Rahmen angesiedelten Serie narrativ und visuell dargestellt und kulturell verhandelt wird. Wie Fabienne Saurer zeigen kann, bietet die Serie Avatar – The Last Airbender eine komplexe Auseinandersetzung mit Fragen rund um Koexistenz, Vermischung und Hybridität und deutet diese positiv. 

Wie wünschen unseren Leser*innen eine anregende Lektüre und einen schönen Sommer. Die nächste Ausgabe erscheint Ende 2019 und wird sich in Einzelbeiträgen mit dem Thema "Spielzeug" befassen.

Die Herausgeberinnen

Ingrid Tomkowiak und Meret Fehlmann

 

Kulturelle Identität, Pluralität und Hybridität in Avatar – The Last Airbender

 

Fabienne Saurer

 

Kinder- und Jugendmedien sind weder apolitisch noch entziehen sie sich komplexen gesellschaftlichen Problemen. Besonders aktuell und häufig auch in Medien für junge Menschen verarbeitet sind gesellschaftspolitische Fragen von Transkulturalität und Koexistenz in einer zunehmend globalisierten Welt. Der Medienverbund Avatar – The Last Airbender, bestehend aus einer Fernseh-Animationsserie und mehreren Fortsetzungen in Comicform, bietet dem Publikum eine Auseinandersetzung mit diesen Fragen in einer Fantasywelt an. Indem sich die Handlung stark mit (Post-)Kolonialismus, Migration und dem Leben in der Diaspora auseinandersetzt, stellt sie Parallelen zu der US-amerikanischen Einwanderungsgeschichte und der historischen racial segregation, aber auch den Folgen von Kolonialismus und der aktuellen Globalisierung her. Anhand dieses gesellschaftspolitischen Gehalts werden die zentralen Momente herausgearbeitet, in dem daraus entstehende Konflikte thematisiert, problematisiert oder aufgelöst werden. Dazu wird ein Begriffsdreieck von kultureller Identität, Pluralität und Hybridität gedacht, entlang dessen Seiten jeweils die zwischen den Zugkräften zweier Begriffe entstehende Spannung untersucht wird. Mithilfe von kulturwissenschaftlichen Theorien bespricht der Beitrag die Bedeutung von Trennung und Hybridisierung im Weltkonzept von Avatar, die unterschiedlichen Erfahrungen der Figuren mit Migration und Diaspora und die Entstehung von neuen Zwischenräumen in Idenitäten und Gesellschaften. Damit möchte er zur Untersuchung von Transkulturalität in der Fantastik beitragen.