dies und das

Editorial

 

Zum zweiten Mal legen wir eine Ausgabe von kids+media vor, die keinen Themenschwerpunkt hat. Wie der Titel dies und das bereits andeutet, geht es um Einblicke in sehr unterschiedliche Aspekte von Kinder- und Jugendmedien. 
Der erste Beitrag befasst sich mit Genderdarstellungen in einer Reihe von Disney-Produktionen und zeigt ein Ungleichgewicht in der Repräsentanz der Geschlechter auf – auch dann, wenn weibliche Figuren die Hauptprotagonistinnen sind. Subtil, stereotyp und oftmals sexualisierend perpetuieren sie nach wie vor problematische Rollenvorbilder und stossen damit weltweit auf Anklang bei einem adoleszenten Publikum. Düstere Stadt- und gefährliche Naturräume, wie sie in postapokalyptischen und dystopischen Jugendromanen entworfen werden, stehen im Fokus des raumtheoretisch argumentierenden zweiten Artikels. Während tendenziell der dystopische Raum als von Menschen geprägt und der postapokalyptische Raum als Naturraum gekennzeichnet wird, gibt es stets auch Naturräumliches in der Dystopie und Gesellschaftsräumliches in der Postapokalypse. Was dabei jeweils als positiver Gegenraum gedacht werden könnte, erweist sich in der aktuellen deutschen Jugendliteratur jedoch als Steigerung des Negativen. Mit der Darstellung des Anderen und Fremden in Michael Endes Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer befasst sich der dritte Text. Er arbeitet heraus, wie der Roman, geschrieben vor dem Hintergrund der Bemühungen um so genannte Völkerverständigung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, auch als Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Kulturzugehörigkeit zu lesen ist. Der abschliessende Beitrag setzt sich mit der Musik im ersten Harry Potter-Film auseinander. Erläutert wird die von Filmkomponist John Williams angewandte Leitmotivtechnik, mit der Figuren, Ereignissen und auf der Handlungsebene auftretenden Gefühlen bestimmte musikalische Themen zugeordnet werden. Die Studie zeigt, dass die Filmmusik bei der Kennzeichnung der Grenzen zwischen Fantasie und Realität eine vielschichtige Rolle spielt, auf die Vermittlung von Emotionen angelegt ist und zur Wiedererkennung von Figuren ebenso beiträgt wie zur Deutung bestimmter bzw. Andeutung bevorstehender Ereignisse.

Wir wünschen unseren Leser*innen einen schönen Sommer, mit gutem Wetter und spannenden Lektürestunden. Das nächste Heft erscheint Ende 2020 und wird sich in zwei umfangreicheren Beiträgen verschiedenen Kindermedienwelten widmen. So geht es um die Grossstadt Berlin als Reiseziel in Kinderreiseführern und die Welt des Fussballs in der Hörspielserie Die Teufelskicker.

 

Die Herausgeberinnen
Ingrid Tomkowiak und Meret Fehlmann


 

Subtil. Stereotyp. Sexualisierend
Geschlechtsrepräsentanz in populären Medien für Kinder und Jugendliche

Meike Uhrig

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Zusammenfassung
 

Düstere Städte und gefährliche Wälder
Die Konzeption von Raum in dystopischen und postapokalyptischen Jugendromanen

Alexander Pommer

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Zusammenfassung

 

Dem Fremden begegnen
Das Unbekannte und Andere in Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Gabriel Gähwiler

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Zusammenfassung

 

Filmmusik als Übermittlerin von Magie? 
Musikalische Leitmotive in Harry Potter und der Stein der Weisen

Paula Mahler

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Zusammenfassung